Taner Kılıç muss trotz fehlender Beweise in Untersuchungshaft bleiben

Aus Koordinationsgruppe Türkei
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Am 22. November entschied ein Gericht in Istanbul, dass Taner Kılıç weiter in Haft bleiben muss. Der Vorstandsvorsitzende der türkischen Amnesty-Sektion war am 6. Juni 2017 in Izmir festgenommen worden. Ihm werden Verbindungen zur von den Behörden als Terror-Organisation eingestuften Bewegung von Fethullah Gülen vorgeworfen. Die Vorwürfe gegen ihn sind absurd. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Das Verfahren gegen Taner Kılıç ist ein inakzeptabler Versuch, sein Menschenrechtsengagement zu unterbinden.

Als Reaktion auf die Entscheidung des Gerichts in Istanbul, die Untersuchungshaft für Taner Kılıç fortzusetzen, sagte John Dalhuisen, Europa-Direktor von Amnesty International:

"Heute haben Rechtsanwälte und ein unabhängiger Sachverständiger die Argumente der Staatsanwaltschaft auseinandergenommen. Alle Beweise zeigen, dass Taner unschuldig ist. Trotzdem wurde er heute Abend in die überfüllte Zelle zurückgebracht, in der er bereits mehr als fünf Monate verbracht hat.

"Die Entscheidung des Gerichts, diese Beweise zu ignorieren und seine Untersuchungshaft fortzusetzen, widerspricht jeglicher Vernunft. Eine weitere Gelegenheit, dieses grobe Unrecht zu korrigieren, wurdevertan. Wir werden weiterhin für seine Freilassung und dafür kämpfen, dass alle Anklagepunkte gegen ihn und die Istanbul 10 fallen gelassen werden."

Taner Kılıç gab vor Gericht an, dass er mit 23 anderen Menschen in einer für acht Personen ausgelegten Zelle festgehalten wird. Die nächste Gerichtsverhandlung wurde auf den 31. Januar 2018 festgelegt.

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